Mentaltraining

 
Wie der Clip aus dem Jahr 2014 zeigt ist die Arbeit eines Sportpsychologen und eines Sportmentaltrainer sehr vielseitig.
Auch wenn diese Arbeit in der Sportwelt in 2014 noch nicht etabliert war, berichten heute bereits einige Sportler über die guten Erfahrungen.
Als Beispiel können Marcel Risse (Artikel Fokus), Yussuf Poulsen (Artikel RBLive), Pernille Harder (Artikel Welt) sowie Roman Bürki (Artikle WR)
genannt werden. Den Experten und den Profivereinen ist bewusst, dass der Erfolg auf dem Sportplatz zu ungefähr 80 Prozent reine Kopfsache ist.
Deshalb arbeiten mittlerweile viele Profivereine mit Mentaltrainern zusammen, die den Spielern bei Bedarf mindestens einmal im Monat zur Verfügung stehen. Immer mehr Spieler trauen sich zurecht auch einmal über ihre Probleme, Ängste und Sorgen zu sprechen. Der finanzielle Aufwand eines fest angestellten Mentaltrainers ist für Amateurvereine kaum denkbar. Dennoch sollte gerade in Amateurvereinen und im Nachwuchsbereich ein Mentaltrainer abrufbar sein. Denn auch in den tieferen Ligen kann eine Blockade im Kopf die Leistungsfähigkeit beeinflussen und eventuell sogar zu Verletzungen führen.
Schon in der Ausbildung sollten die Sportler lernen, dass sie über Probleme sprechen können und nicht alles mit sich selber ausmachen müssen.
Der Mentaltrainer kann eine wichtige Stütze sein, im Profibereich wie auch im Amateurbereich.
Das Mentaltraining kann als Einzeltraining, Gruppentraining oder mit kompletten Teams durchgeführt werden.
Mögliche Inhalte sind das Aufarbeiten der aktuellen (sportlichen) Situation und Umgang mit mentalen Blockaden,
Abbau von Angst, Aufbau von Selbstbewusstsein, Umgang mit Stress und Emotion, Ziel- und Wertemanagement,
Fokusierung, Konzentration und Visualisierung. Weitere Inhalte sind Entspannung, Work-Life-Balance
und Analyse bzw. Optimierung der Gewohnheiten.

Die Zusammenarbeit wird individuell auf den Bedarf des Sportlers zugeschnitten.
Hierdurch kann eine kurzfristige oder dauerhafte Zusammenarbeit entstehen.

Teams können Einheiten zum Finden einer gemeinsamen Identität, gemeinsamer Zielen und Regeln helfen,
um den Teamspirit zu stärken, eine "WIR-statt-EGO"-Mentalität zu leben und gemeinsam Erfolge zu feiern.
Ausführliche Inhalte zu meinem Mentaltraining finden Sie hier
Das folgende Beispiel soll Situationen verdeutlichen mit denen unsere Sportler umgehen müssen:
Der FC Kickers ist ein ambitionierter Verein. Die Mannschaft hat sich das Ziel gesteckt die Meisterschaft zu holen und aufzusteigen. Das Vereinsumfeld und die Fans wollen den Aufstieg nach der verpassten Chance im Vorjahr unbedingt. Die eigene Erwartungshaltung und der Druck aus dem Umfeld ist hoch. Dennoch hat das Team gute Voraussetzungen. Vier Spieltage vor dem Saisonende steht das Team mit zwei Punkten Vorsprung auf den direkten Verfolger und vier Punkten Vorsprung vor dem Tabellendritten an der Spitze. Das Restprogramm wird allerdings nicht einfach.
Im nächsten Spiel erfolgt das Kräftemessen mit dem direkten Verfolger. In den Spielen danach geht es gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld sowie im letzten Spiel zu Hause gegen den aktuellen Tabellendritten.
In den Reihen der FC Kickers spielt "Bomber". Er ist der rechte Mittelstürmer, führt in der Liga die Torschützenliste an
und hat damit einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Kickers auf dem Platz an der Sonne stehen.
Durch seine gute Entwicklung in den letzten zwei Jahren (nach der Jugend) und der Leistungen in der laufenden Saison haben sich zum Spitzenspiel neben regionalen Medien auch Scouts von höherklassigen Vereinen angekündigt.

Um von den Scouts entdeckt zu werden und um der Meisterschaft einen Schritt näher zu kommen, legte er in den letzten Wochen bereits zusätzliche Trainingseinheiten ein.
In der Halbzeitpause des Spitzenspiels (Stand 0 zu 0) hat der Trainer vom Team gefordert "Bomber" mehr in Szene zu setzen um direkt nach Wiederanpfiff in Führung zu gehen.

In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit kommt es zu einem harten Zusammenstoß zwischen Bomber und seinem Gegenspieler. Bomber bleibt liegen, schreit lautstark vor Schmerzen. Nach der Behandlung am Platz wurde der Notarzt alarmiert. Er wurde mit dem Verdacht auf einen Schien- und Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht.

Gedanken in dieser Situation
Spieler: "Ohh Mist, unser Bomber fällt aus und das in unserem wichtigsten Spiel"
Spieler: "Das sah bei Bomber ganz schön übel aus, hoffentlich passiert mir nichts"
Spieler: "Wie sollen wir ohne Bomber das Spiel gewinnen, wir können die Fans doch nicht enttäuschen"
Trainer: "Mein wichtigster Spieler ist verletzt - dabei war die Taktik in der Halbzeit doch klar"
Trainer: "Wen soll ich für Bomber einwechseln? Hält der Wechselspieler den Druck überhaupt aus?"

Die Vermutungen der Verletzung haben sich bestätigt. Er fällt mit einem Schien- und Wadenbeinbruch für längere Zeit aus - die Saison ist gelaufen. Neben dem unerfreulichen Befund hat er das Ergebnis des Spitzenspiels erfahren.
Sein Team hat das 0 zu 1 in der Nachspielzeit kassiert und somit das Spiel und Platz 1 verloren.

Gedanken in dieser Situation
Bomber: "Die ganze harte Trainingsarbeit.... umsonst..."
Bomber: "Ich weiß nicht was mehr schmerzt, das Bein oder der schwindende Traum der Meisterschaft"
Bomber: "Das war meine Chance von den Scouts entdeckt zu werden"
Bomber: "Ich muss schnell wieder fit werden. Ich kann mein Team nicht im Stich lassen"
Bomber: "Hoffentlich verletze ich mich das nächste Mal nicht wieder"
Nachdem die Kickers das darauf folgende Spiel mit 0 zu 1 verloren, konnten Sie im letzten Spiel glücklich gewinnen. Der Schock über die Verletzung von Bomber sitzt noch tief. Es fehlt die letzte Anspielstation und der Torjäger selbst. Im letzten Spiel geht es auf heimischen Platz nochmal um die Meisterschaft. Die Gäste konnten vor zwei Wochen den Tabellenführer schlagen, auf Platz 1 klettern und kommen nach 5 siegreichen Spielen in Folge mit breiter Brust.
Die Aussichten für die Kickers könnten rosiger sein! Aber mit einem Sieg im letzten Spiel kann das Team die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung für sich entscheiden.

Gedanken in dieser Situation:
Spieler: "Wie sollen wir dieses Spiel ohne Bomber gewinnen? In den letzten Spielen haben wir kaum Tore geschossen"
Trainer: "Wie soll ich mit der Mannschaft umgehen, sie glauben ohne Bomber packen wir das nicht"
Spieler: "Warum hat Bomber nicht zugeschaut die letzten Spiele? Er liegt doch schon nicht mehr im Krankenhaus"
Bomber: "Die anderen denken ich lasse Sie im Stich, aber ich bringe es nicht fertig mir verletzt ein Spiel anzusehen"
Spieler: "Das letzte Spiel auch noch daheim vor den eigenen Fans. Ich kann vor Druck kaum noch schlafen"
Mit ähnlichen Situationen haben Sportler, Trainer und Teams umzugehen.

Wie gehe ich mit diesen Gefühlen, Gedanke und Emotionen um?

Ein Mentaltrainer kann die Beteiligten auf Situationen vorbereiten um im Ernstfahll einen kühlen Kopf zu bewahren.

Und natürlich lassen wir die Geschichte gut ausgehen ;-)
Ein befreundeter Mentaltrainer des Trainers hat von der Situation der Kickers gehört, seine Hilfe angeboten und unter der Woche mit der Mannschaft gearbeitet. Durch diese Zusammenarbeit konnte das Team für die geleistete Arbeit in der Saison nochmals Selbstvertrauen gewinnen und haben sich das Ziel gesetzt, das Spiel für Bomber zu gewinnen. Das Team traf sich bereits Stunden vor dem Spiel um Bomber mit der gesamten Mannschaft zum Spiel abzuholen. Diese Geste hat Bomber so überwältigt und überrascht, dass er ohne zu überlegen mitgekommen ist. Das Spiel wurde gewonnen, der damalige Einwechselspieler für Bomber erzielte das entscheidente Tor - MEISTER.
In der Genesungszeit arbeitete Bomber auch mit dem Mentaltrainer zusammen, konnte die Ängste vor einer weiteren Verletzung überwinden, wurde Torschützenkönig in der nächsthöheren Liga und tatsächlich von Scouts entdeckt.